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Auf dem Urwaldfluss

Leben auf dem Urwaldfluss

Urwald Amazonas

Durch den Primärurwald

Fluss Urwald Ecuador

 

Ecuador Sonnenuntergang

 

Pflanze Urwald

Markant und oft anzutreffen: Blüten in jeder Farbe und Form

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Urwald Erlebnisbericht

Eine Woche Aramacao Amazonas Urwald-Lodge

aus dem Tagebuch von Andrea Fuchs

Die ersten Urwaldeindrücke
– gesammelt auf der Wanderung im Primärurwald bei der Aramacao Amazonas Urwald-Lodge.

Das Licht fällt in Streifen durch das dichte Grün, Tautropfen leuchten wie Diamanten. Wir sind eingetreten in eine magische Welt – Formen, Farben, Gerüche. Baumrinden mit Strukturen, wie von Künstlerhand auf Leinwand gezaubert. Bambus, der von einem schwarzen Gewebe eingepackt ist. Flechten in strahlendem Feuerrot, Blätter so gross wie Regenschirme.

Lianen, auf denen bereits kleine Moosrosetten wachsen oder ein Kranz winziger, weisser Pilze, die in der Dunkelheit leuchten. Eine Astgabel mit einer Moosschicht, auf der eine Orchidee wächst, mit kugelrunden, leuchtend orangen Blüten. Zart rot leuchtende Affenbecher. Schmetterlinge in gelb-orange und in rot mit schwarz-weissem Spiralmuster. Ein Insekt mit zarten, durchsichtigen Flügeln, die eine leuchtend orange Spitze haben und die beim Fliegen orange Striche in die Luft zu malen scheinen.

Gestartet sind wir direkt bei der Urwald-Lodge, nach drei Stunden im Urwald treten wir an einer anderen Stelle wieder aus dem Primärurwald – und stehen direkt neben dem Restaurant am Fluss. Wir alle staunen über die Orientierungsfähigkeit von Nelson und Juan, die uns auf dieser Wanderung kreuz und quer durch den Primärurwald begleiten und uns immer wieder auf spezielle Pflanzen aufmerksam machen, Tiere und Tierspuren zeigen.

Eine Nacht im Urwald
In der Nacht ist es so dunkel, dass man kaum die eigene Hand vor den Augen ausmachen kann. Die Sterne funkeln intensiv am nachtschwarzen Himmel und ganz bestimmt gibt es über dem Urwald mehr Sterne als anderswo. Es zirpt und tiriliert, quakt und bellt - und habe ich soeben den Flügelschlag einer Fledermaus gespürt?
Gegen Morgen wird es ruhiger und am Horizont zeigt sich ein Lichtschimmer. Der Fluss vor der Lodge leuchtet silbern im Morgenlicht, die ersten Vogelstimmen sind zu hören.
In der Aramacao Lodge sitze ich in der ersten Reihe beim Schauspiel der Natur.

Ein Tag im Urwald
Heute steht eine Wanderung auf der anderen Flussseite auf dem Programm. Das Gelände hier ist hügelig und durchzogen von kleinen Bächen – mit Gummistiefeln ausgerüstet sind wir zu Fuss unterwegs. Pisasa, unser indianischer Begleiter, zeigt uns essbare Pilze. Mit wenigen Handgriffen fertigt er aus einem grossen Blatt einen Beutel an, legt die Pilze hinein, verschnürt das Paket mit einer Blattrispe, aus der er gleich einen Schultergürtel macht – und, voilà – fertig ist der praktische Pilzsammel-Beutel. Aus den Blättern einer kleinen Palmenart macht er in wenigen Minuten ein kleines, regendichtes Dach und aus einem Bambusstock und einer Liane entsteht in kurzer Zeit eine Schaukel. Für Pisasa ist der Urwald nicht einfach eine Menge von Pflanzen, sondern Lebensgrundlage, Nahrungsquelle und Heimat gleichermassen.

Beim Ethno-Botaniker
Am Nachmittag geht es per Boot flussabwärts zu einem Secoya-Dorf. Hier treffen wir in der Ritualhütte des Dorfes den Ethnobotaniker. Don Roberto, sorgfältig gekleidet im traditionellen zartrosa Hemdkleid, mit Muschelkette und Kopfband aus geschnitztem Kürbis, hat für uns einige Pflanzen aus dem Urwald gesammelt und erklärt uns die heilenden Eigenschaften dieser Pflanzen. Es gibt Kräuter für die Wunddesinfektion und Wurzeln, die wach halten. Mit einem Schmunzeln erzählt er uns, dass faule Menschen sechs Wurzelstücke brauchen, während für emsigere Menschen drei Stücke genügen. Er zeigt uns eine knoblauchähnliche Pflanze, die, gekocht, gegen Fieber und Erkältung wirkt, und eine Pflanze, die so gut riecht, dass man sie als Parfüm verwenden kann. Er zeigt uns Pflanzen, die antibiotisch wirken, und eine Pflanze, deren Blatt man zu einem kleinen Kügelchen formt und auf einen schmerzenden Zahn legen kann. Das nehme den Schmerz und der Zahn falle dann mit der Zeit heraus.

Unsere indianischen Begleiter amüsieren sich, als Don Roberto uns, bevor wir uns wieder per Boot zurück zur Aramaca Lodge aufmachen, noch die Wirkungsweise einer unscheinbaren Liane erklärt. Der Saft dieser Liane bewirke, dass der Mann, der sich damit parfümiert, für das weibliche Geschlecht unwiderstehlich sei.

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